Abluft
Die aus der Wohnung abgesaugte Luft.
Abluftventile
Anlagen zu kontrollierten Wohnungslüftung versorgen über die Zuluftventile Wohn- und Schlafräume mit temperierter Luft. Abluftventile führen verbrauchte Luft aus Bad, WC, und Küche ab.
Aktive Kühlung mit Heizungs-Wärmepumpen
Kühlung durch Prozessumkehr einer Wärmepumpe; durch Umschalten des Kältekreises über ein Vierwege-Umschaltventil, kann die Wärmepumpe als Kühlmaschine betrieben werden.
Anlagenaufwandszahl e
In der DIN 4701 Teil 10, energetische Bewertung der Anlagentechnik, dient die Anlagenaufwandszahl zum Vergleich unterschiedlicher Anlagentechniken zur Heizung, Trinkwassererwärmung und Lüftung. Sie beschreibt das Verhältnis der von der Anlagentechnik aufgenommen Primärenergie zu der von ihr abgegebenen Nutzwärme. Je kleiner die Anlagenaufwandszahl ist, umso günstiger ist die Anlagentechnik in energetischer Hinsicht.
Außenluft
Die aus dem Freien angesaugte Luft.
Behaglichkeit
Ein wesentlicher Teil des physischen Wohlbefindens ist die thermische Behaglichkeit, die von einer Vielzahl von Einflüssen und Zuständen abhängt. Besonders wichtige Faktoren, die Oberflächentemperatur der raumumschließenden Bauteile, die relative Feuchte der Raumluft und die Luftbewegung im Raum. Ein weiterer wichtiger Faktor der Behaglichkeit sind die persönlichen Empfindungen jedes einzelnen welche sich nicht normieren lassen.
Blower-Door-Messung
Mit der Blower-Door-Messung kann man zuverlässig die Luftdichtheit von Gebäuden messen. Die Messung erfolgt nach Einbau der Fenster und Fertigstellung der Luftdichtheitsebene (Dampfbremse). Mittels eines Ventilators, der in eine Öffnung der Außenhülle (Haustür oder Fenster) eingesetzt wird, erzeugt man einen Über- oder Unterdruck von 50 Pascal. Aufgrund der Luftmenge, die dabei eingeblasen wird, errechnet sich die Luftwechselrate. Ist die Luftwechselrate zu hoch, müssen eventuelle Undichtigkeiten und Leckagen ausfindig gemacht und nachgebessert werden. Die Blower-Door-Messung ist sozusagen die Qualitätssicherung der Gebäudehülle. Die Bauschäden und Energieverluste während der späteren Bewohnung werden dadurch vermieden.
Bypass
Führung eines Nebenstromes, getrennt von einem Hauptstrom; auch Kurzbegriff für „Bypassleitung“. Beispielsweise wird oftmals Frischluft am Wärmetauscher vorbeigeführt (vgl. auch Sommerbypass).
Dampfbremse, Dampfsperre
Die Dampfbremse stellt wie auch die Dampfsperre die Luftdichtheit des Hauses her. Im Unterschied zur Dampfsperre wird die Dampfdiffusion jedoch nur „gebremst“ (abgemindert) und nicht verhindert. Diese Diffusion ist ein sehr langsamer Vorgang und hat nichts mit Undichtheit zu tun!
Deckungsanteil
Dimensionsloser Leistungsanteil (0-1), den ein System zur Deckung des Jahresheizwärmebedarfs bzw. Trinkwasser-Wärmebedarfs eines Gebäudes oder Bereichs beträgt.
Dezentrale Trinkwarmwasseranlage
System, bei dem die Wärme zur Trinkwassererwärmung in einem Gerät erzeugt und im gleichen Raum übergeben wird. Als dezentrale Trinkwasseranlage gilt auch die Versorgung von zwei Räumen durch eine Gerät über eine gemeinsame Installationswand.
Diffusion
Gasmoleküle (Dampf ist gasförmiges Wasser) sind wegen ihres hohen Energiegehaltes ständig in Bewegung und füllen den ihnen zur Verfügung stehenden Raum gleichmäßig aus. Dieser Gleichgewichtszustand erzeugt bei einer bestimmten Temperatur einen bestimmten Gas- oder Dampfdruck. Tritt ein Dampfdruckgefälle auf, z.B. wenn innen und außen verschiedene relative Luftfeuchtigkeiten vorherrschen, erfolgen eine Ausgleichströmung, die Diffusion genannt wird. Der Antrieb für diese Strömung ist weder der Temperaturunterschied (Konvektion), noch der Luft- oder Winddruck (Zwangslüftung oder Undichtigkeit), sondern allein die Eigenbewegung der Dampfmoleküle. Die Diffusion ist deshalb ein sehr langsamer Vorgang (Stunden bis Tage). Die Dampfdiffusionswiderstandszahl µ gibt an, wie stark ein Bauteil den Dampf zurückhält; es können aber praktisch alle Schichten durchdrungen werden.
Dreifach-Wärmeschutzglas
Fenster in Passivhäusern sind zur Reduktion von Transmissionswärmeverlusten dreifach verglast; sie lassen Sonne herein und die Winterkälte draußen. Zusätzlich kommen Rahmen mit besonders guten Dämmeigenschaften zu Einsatz.
Elektrisches Wirkverhältnis
Die vom Lüftungsgerät bereitgestellte Energie im Zuluftstrom wird bei dieser Kennzahl ins Verhältnis zur verbrauchten elektrischen Leistung aller im Gerät eingebauten elektrischen Verbraucher gesetzt.
Endenergie P
Setzt sich zusammen aus der Primärenergie plus der Sekundärenergie und dem Aufwand, diese bis an die Gebäudegrenze heranzuführen. Die dann in Nutzenergie umgewandelt wird in Heizenergie, Licht sowie mechanische (Dienstleisungs-) Energie.
Endenergiebedarf Q
Energiemenge die zur Deckung des Jahresheizenergiebedarfs und des Trinkwasserwärmebedarfs (Bedarf und Aufwand der Anlagentechnik) benötigt wird, ermittelt an der Systemgrenze des betrachteten Gebäudes. Die zusätzliche Energiemenge, die durch vorgelagerte Prozessketten bei der Erzeugung des jeweils eingesetzten Brennstoffs entstehen, werden nicht in Betracht gezogen.
Energiebilanz
Summe aller Energiegewinne und -verluste eines Gebäudes.
Energieeffizienz
Die Energieeffizienz gibt an, wie wirksam eine Energiewandlungskette oder ein Gerät hineingesteckte Energie umsetzt. Ein Maß für die Energieeffizienz ist der Wirkungsgrad Ohm. Er gibt das Verhältnis aus nutzbarer Energie und aufgewendeter Energie an. Sein Wert liegt zwischen 0 und 100%.
Energieeinsparverordnung (EnEV)
Am 1. Februar 2002 trat die neue Energieeinsparverordnung in Kraft. In ihr wurde die bisherige Wärmeschutzverordnung von 1995 und Heizanlagenvorordnung zusammengefasst. Ziel ist es eine ganzheitliche Planung von Gebäuden zu erreichen. Anlagentechnik und Gebäudehülle sind aufeinander abzustimmen und zu optimieren. In der EnEV sind wichtige Punkte wie Gebäudedichtheit, Wärmebrücken, Mindestwärmeschutz, Nachrüstung von Heizanlagen, Energiebedarfsausweis, Energieverbrauchskennwerte, etc. geregelt.
Energiepass
Dokument, in dem der energetische Zustand eines Gebäudes dargestellt und bewertet wird.
Energieträger
Energie in ihrer stofflichen Erscheinungsform, beispielsweise Elektrizität, Kohle, Gas, Heizöl, usw.
Enthalpie
Summe aus der fühlbaren und latenten Wärme.
Erdwärmesonde
Zur Erschließung der Wärmequelle Erde für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe erforderlich, wenn nicht genügend Fläche für eine Flachkollektor vorhanden ist. Dann geht man eben in die Tiefe. Anzahl und Tiefe der Erdwärmesonden richtet sich nach der WP-Anlagenleistung und der Bodenqualität. Wie auch beim Flachkollektor und dem Energiekorb zirkuliert hier Sole in den entsprechenden Kunststoffrohren.
Erdwärmetauscher
Er bildet eine gute Ergänzung zur zentralen Lüftungsanlage: Das Prinzip beruht auf der geothermischen Nutzung der tiefen Bodenschichten. Durch die Vorerwärmung der Außenluft im Winter werden die Heizkosten reduziert, und der Wärmetauscher des Lüftungsgerätes wird vor dem Vereisen geschützt. Im Sommer wird die Temperatur der Außenluft durch den Erdwärmetauscher abgesenkt, wodurch ein angenehmer Kühleffekt im Wohnraum entsteht. Als Material für Erdwärmetauscher kommen nur witterungsbeständige, ungiftige, korrosionssichere und flanschdichte Werkstoffe im glatten Rohrinnenseiten in Betracht.
Fortluft
Die Luft, die nachdem sie durch den Wärmetauscher einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung geführt wurde, ins Freie befördert wird.
g-Wert
Der Gesamtenergiedurchlassgrad (in %) eines Fensters beschreibt den solaren Eintrag (Nutzen). Bei einem Fenster (Scheibe) mit einem g-Wert von 0,56 können 56% der solaren Einstrahlung (Energie) genutzt werden.
Heizenergiebedarf
Nach Definition der Energieeinsparverordnung ist der Jahres-Heizenergiebedarf Q eines Gebäudes diejenige Energiemenge, die einem Gebäude nach dem EnEV- Berechnungsverfahren zum Zwecke der Beheizung, Lüftung und Warmwasserbereitung jährlich zugeführt werden muss. Er wird in kWh/m3a bzw. in kWh/m2a angeben.
Heizgrenztemperatur
Ist die Außenlufttemperatur, ab welcher bei weiterem Ansteigen dieser, davon ausgegangen wird, dass aufgrund von solaren und internen Heizquellen, eine Beheizung des Gebäudes nicht mehr erforderlich ist.
Heizlast
Wärmestrom der dem Raum zugeführt werden muss, um eine angestrebten Raumluftzustand aufrechtzuerhalten.
Heizleistung
Wärmestrom, der von einem Wärmeerzeuger oder Wärmetauscher zugeführt wird.
Heizstab
Leitet man Strom durch bestimmte Metalle, erwärmen sich diese. Heizstäbe können mit dieser Eigenschaft Trägermedien (Sole, Wasser) erwärmen. Sie werden v. a. als Restheizung in Kompaktanlagen eingesetzt.
Heizwärmebedarf
Der Heizwärmebedarf gibt jene Wärmemenge an, die im Jahresdurchschnitt je Quadratmeter Bruttogeschossfläche zur Beheizung der Räume benötigt wird [kWh/(m2a)]. Nicht eingeschlossen ist der Energiebedarf für Warmwasser, Haustechnik und der Bedarf von Klimaanlagen zur Kühlung im Sommer.
Hilfsenergie
Energie (Strom), die nicht zur unmittelbaren Deckung des Heizwärmebedarfs bzw. der Trinkwassererwärmung eingesetzt wird (z.B. Energie für den Antrieb von Systemkomponenten, Umwälzpumpen, Regelungen, etc. sowie Energie für die Rohrbegleitheizung bei der Trinkwassererwärmung).
Innere Wärmequellen
Dies sind Quellen, die innerhalb des beheizten Raumes entstehen und von der Wärmequelle des Heizsystems unabhängig sind (z.B. Personen, elektrische Geräte, ect.).
Interne Wärmegewinne
Bei der Nutzung von Gebäuden entsteht auch Wärme durch den Betrieb von Elektrogeräten, durch künstliche Beleuchtung, durch anwesende Menschen, beim Kochen usw. Diese Energiemengen tragen dazu bei, die Raumluft zu erwärmen, sie wird folgerichtig als Energiebeitrag fürs Passivhaus eingeplant und genutzt.
Isothermen
Als Isothermen bezeichnet man fiktive Linien, die Orte mit gleicher Temperatur in einem Baustoff verbinden. Sie dienen der Sichtbarmachung und Verdeutlichung thermischer Zustände.
Jahres-Primärenergiebedarf
Jährliche Energiemenge, die zusätzlich zum Energieinhalt des Brennstoffes und der Hilfsenergien für die Anlagentechnik mit Hilfe der für die jeweiligen Energieträger geltenden Primärenergiefaktoren auch die Energiemengen einbezieht, die für Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der jeweils eingesetzten Brennstoffe (vorgelagerte Prozessketten außerhalb des Gebäudes) erforderlich ist. Die Primärenergie kann auch als Beurteilungsgröße für ökologische Kriterien wie die CO2-Emission herangezogen werden, Weil damit der gesamte Energieaufwand für die Gebäudeheizung einbezogen wird. Der Jahres-Primärenergiebedarf ist die Hauptanforderung der Energieeinsparverordnung.
Kontrollierte Wohnungslüftung
Durch zentrale Be- und Entlüftung sorgen Wohnungslüftungssysteme für gutes Klima im ganzen Haus. Die einströmende Frischluft wird über feinporigen Filter gereinigt und damit von Staub, Pollen und anderen Verunreinigungen befreit. Die Zuluft wird vorgewärmt in die Wohnräume geleitet. Gleichzeitig führt die kontrollierte Wohnungslüftung verbrauchte Luft und Feuchtigkeit mit der Abluft gezielt nach außen ab.
Konvektion
Die bekanntesten Konvektionserscheinungen sind die Thermik und der Wind. Konvektion bedeutet den Wärmetransport mittels einer Materialströmung. Im Unterschied zur Diffusion, bei der sich die Teilchen zufällig verteilen, treten bei der Konvektion gerichtete Materialströme mit zum Teil sehr hohen Geschwindigkeiten auf. Konvektion ist die häufigste Ursache für Tauwasserschäden.
k-Wert
Veralteter Uw-Wert.
kWh
Abkürzung für Kilowattstunde. 1kWh = 1000 Watt über den Zeitraum von einer Stunde.
Leistungszahl
Das Verhältnis der von einer Wärmepumpe (WP) abgegebenen Nutzwärme zur erforderlichen Antriebsenergie heißt Leistungszahl (oder Leistungsziffer).
Luftbehandlung
Vorgang bei dem der Luftzustand hinsichtlich eines oder mehrerer der folgenden Eigenschaften verändert wird: Temperatur, Feuchte, Staubgehalt, Keimzahl sowie Gas- und Dampfgehalt.
Luftdichtigkeit
Die Luftdichtheit beschreibt die Luftdurchlässigkeit von Gebäudehülle. Geregelt ist dies in der DIN V4108, T7 (Luftdichtheit von Bauteilen und Anschlüssen).
Luftfeuchtigkeit
Luft kann abhängig von der Temperatur eine begrenzte Menge an Wasser in Gasform bis zur Sättigung aufnehmen (siehe auch Feuchtigkeit fund Geichgewichtsfeuchte). Die Aufnahmefähigkeit steigt mit der Temperatur. Die relative Luftfeuchtigkeit Sigma wird in Prozent angegeben. Sie besagt, zu welchem Teil die Luft in Bezug auf ihre maximalen Aufnahmefähigkeit gesättigt ist.
Luftqualität
Luft in Gebäuden sollte frisch und möglichst wenig Schadstoffe oder Ausdünstungen enthalten. Sie sollte nicht abgestanden oder muffig riechen. Menschen haben sehr unterschiedliche Ansprüche an die eingeatmete Luft. Sie reagieren individuell auf die erhöhte Kohlendioxidkonzentration, auf die Ausdünstungen anderer Menschen oder aus Mobiliar oder von Bürotechnik. Aufgrund der vielfältigen Bestandteile der Luft gibt es kein verlässliches oder objektive Messverfahren zur Beurteilung der Raumluftqualität. Die empfundene Luftqualität hängt nicht allein von der Belastungssituation im Raum ab. Durch eine Lüftung wird die Raumluft permanent mit Frischluft verdünnt. Je höher der Luftwechsel ist, desto höher wird die Raumluftqualität durch Anwesenden eingeschätzt.
Luftschalldämmung
Der Widerstand eines Bauteils gegen den Durchgang von Luftschall wird als Luftschalldämmung bezeichnet. Gekennzeichnet wird die Schalldämpfung eines Bauteils durch das so genannte Schalldämmmaß.
Lüftungswärmebedarf
Der Lüftungswärmebedarf (in kWh/a) ist der Anteil des Jahresheizwärmebedarfs, dessen Ursache die Erwärmung kalter Außenluft ist, die beim Lüften gegen die Raumluft ausgetauscht wird.
Luftvolumenstrom
Quotient aus gefördertem Luftvolumen und Zeit.
Luftwechselrate
Die Luftwechselrate ist eine Maßgröße für die Intensität der Raumlüftung. Sie gibt in m3 je Stunde an, welche Raumluftmenge durch Außenluft ersetzt wird.
Luftwechselzahl
Gibt an, wie oft das gesamte Luftvolumen eines Raumes bzw. Gebäudes pro Stunde ausgetauscht wird.
Mindestluftwechsel
Minimaler Wert für den Quotienten aus dem stündlichen Luftvolumenstrom zwischen Außen- und Raumluft und dem Raumluftvolumen, der zur Sicherstellung hygienisch ausreichenden Raumluftqualität erforderlich ist.
Nachheizregister
Die gering Menge an Wärme, die beim Passivhaus an kalten Tagen trotz aller Maßnahmen zusätzlich für ein angenehmes Raumklima nötig ist, wird über eine Nacherwärmung der Zuluft zugeführt. Diesen Schritt leistet ein Nachheizregister, das sich im Lüftungssystem befindet.
Nutzenergiebedarf
Energie, die vom Heizsystem unter normierten Bedingungen abgegeben werden muss, um den Heizwärmebedarf und Trinkwasser-Wärmebedarf decken zu können.
Primärenergie
Unter Primärenergie versteht man den Energiegehalt durch natürlichen fossilen und erneuerbaren Energiequellen. Dabei handelt es sich einerseits um Energierohstoffe wie Kohle, Erdöl, Erdgas etc. und andererseits um erneuerbare Energiequellen wie Wasserkraft, Biomasse und Sonnenenergie. Als Sekundärenergie bezeichnet man demgegenüber den Energiegehalt von Energieträgern, die erst durch die Weiterverarbeitung von Primärenergieträgern gewonnen werden, z.B. elektrischer Strom.
Primärenergiebedarf
Energiemenge, die zur Deckung des Jahresheizenergiebedarfs und des Trinkwasserwärmebedarfs (Bedarf und Aufwand der Anlagentechnik) benötigt wird unter Berücksichtigung der zusätzlichen Energiemenge, die durch vorgelagerte Prozessketten außerhalb der Systemgrenze „Gebäude“ bei der Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der eingesetzten Brennstoffe entsteht.
Primärenergieeinsparung
Die Energieeinsparung durch ein Lüftungsgerät ist abhängig vom Wärmebereitstellungsgrad und vom elektrischen Wirkverhältnis. Durch die Bilanzierung der rückgewonnenen und der eingesetzten Energie ergibt sich ein Einsparpotential bezogen auf die Heizperiode und den Lüftungswärmebedarf. Die Primärenergieeinsparung wird dann der Energieeinsparung und einem Korrekturfaktor auf die engesetzte Primärenergie berechnet.
Sekundärenergie
Siehe unter Primärenergie.
Solarer Wärmegewinn
Aufgrund direkter Sonneneinstrahlung durch transparenter Bauteile (Fenster) ergeben sich solare Wärmegewinne im Gebäude. Der solare Wärmegewinn wird bestimmt durch die Ausrichtung der Gläser sowie Einflüssen der Verschattung und der Verschmutzung der Scheiben.
Solarthermie
Durch Flach- oder Röhrenkollektoren wird über ein Trägermedium Wärme durch Sonneneinstrahlung gewonnen. Das Trägermedium gibt die Wärme über einen Wärmetauscher in Normalfall an Wasser ab.
Sole
Gemisch aus Glykol (Frostschutzmittel) und Wasser. Dieses Medium zirkuliert bei Sole-Wasser-Wärmepumpen auf der Wärmequellenanlage (WQA), wenn das Erdreich als Wärmequelle erschlossen wird. Das Gemisch muss eine Mindestkonzentration von 25% haben (1 Teil Glykol : 3 Teile Wasser) und stellt so eine Frostschutzsicherheit von bis zu 14°C sicher.
Sole-Erdwärmetauscher
Alternative zum Luftkanal-Erdwärmetauscher. In der in der Erde verlegten Leitungen fließt ein Solegemisch, das über einen Wärmetauscher im Gebäude seine Wärme an die Zuluft abgibt.
Sommerbypass
Die Umgehung des Zuluft-/Abluft-Wärmetausches in der Heizungskompaktanlage während des Sommers. Die vom Erdwärmetauscher abgekühlte Luft kann so direkt in den Wohnraum geführt werden, ohne durch den Wärmetauscher mit der Wärme der Abluft geladen zu werden.
Sonnenschutz
Sonnenschutzvorrichtungen sollen gegen die direkte und diffuse Einstrahlung im Sommer schützen, jedoch die solaren Gewinne im Winter nicht beeinträchtigen. Die Ausbildung des Sonnenschutzes richtet sich nach geographischer Breite und Fensterorientierung, sowie nach Nutzung und Bauweise.
Sorption
Verfahren für die Trennung von Molekülen aus einem Gasgemisch und Aufnahme durch ein festes oder flüssiges Trägermaterial.
Speicherung
Der Prozessbereich der Anlagentechnik, in dem in einem Medium enthaltene Wärme vor allem zum Zwecke der Vergleichmäßigung des Bedarfs gespeichert wird. Bei Heizkreisen ist dies der Pufferspeicher (z.B. bei Wärmepumpenanlagen), bei der Trinkwarmwasser-Erwärmung der Warmwasserspeicher.
Telefonie
Schallübertragung von einem Raum in einen anderen durch ein Rohrleitungssystem.
Thermischer Wärmerückgewinnungsgrad
Kenngröße der Wärmerückgewinnung (Wärmequelle Abluft) bei trockner Luft, d.h. ohne Berücksichtigung eine eventuellen Kondensation. Beinhaltet keine Wärme aus weiteren Quellen (z.B. Abwärme eines Motors im Zuluftstrom). Daher Kenngröße nur für den Wärmetauscher, ohne Berücksichtigung weiterer Anlagenkomponenten.
Thermografie
Mit Hilfe der Thermografie ( Auch als Infrarot-Thermografie bezeichnet) können die Oberflächentemperaturen von Gebäuden oder Bauteilen erfasst und bildhaft („Thermogramm“) dargestellt werden. Aus der Auswertung dieser Thermogramme können Rückschlüsse auf Wärmebrücken, Bauteilbesonderheiten, Bauundichtheiten sowie Baumägel geschlossen werden. Zur Durchführung der Thermografie wird eine Infrarotkamera eingesetzt, welche die von jedem Objekt ausgehende Wärme (Infrarotstrahlung) erfasst, elektronisch weiterverarbeitet und darstellt.
Transmissionswärmeverluste
Wärmestrom durch die Außenbauteile je Kelvin Temperaturdifferenz. Es gilt: je kleiner der Wert, um so besser die Dämmwirkung der Gebäudehülle. Durch zusätzlichen Bezug auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche liefert der Wert einen wichtigen Hinweis auf die Qualität des Wärmeschutzes. Nach der Energieeinsparverordnung liegen die zulässigen Höchstwerte zwischen 1,55 (große Nichtwohngebäude mit Fensterflächenanteil über 30%) und 0,44 W/(m2K) (kleine Gebäude).
Überströmöffnung
Öffnung, durch die Luft je nach Strömungsrichtung von einem Raum in den anderen überströmt.
Uw-Wert (früher k-Wert)
Der Uw-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) in W/(m2K) gibt den Wärmestrom an, der durch einen Quadratmeter eines Bauteils (damit ist die Summe aller beteiligten Schichten gemeint, nicht einzelne Baustoffe) hindurchfließt, wenn die Temperaturdifferenz der angrenzenden Luftschicht ein Kelvin (1 Kelvin [K] entspricht 1 Grad Celsius) beträgt. Je kleiner der Uw-Wert, desto besser die Wärmdämmung eines Bauteils. Nicht berücksichtigt wird hierbei die Wärmespeicherfähigkeit des Bauteils bei Sonneneinstrahlung.
Volumenstrom
Volumenstrom ist die Bezeichnung für Luftmenge oder Luftleistung in raumlufttechnischen Systemen.
Wärmebereitstellungsgrad
Temperatur- und Feuchteerhöhung der Außenluft durch Wärme- und Feuchterückgewinnung bezogen auf die Ablufttemperatur und Feuchte der Außenluft inkl. Der genutzten Abwärme von den elektrischen Antrieben (Ventilatoren).
Wärmebrücken
Wärmebrücken sind Zonen der Außenbauteile, bei denen gegenüber der sonstigen Fläche ein besonders hoher Wärmeverlust/-strom auftritt. Bei den Wärmebrücken unterscheidet man zwischen geometrischen und materialbedingten Wärmebrücken. Wärmebrücken verursachen erhöhte Energieverluste und niedrige Oberflächentemperaturen. Die Folge davon sind Tauwasser- und Schimmelbildung. Wärmebrücken müssen deshalb besonders konstruktiv behandelt und energetisch optimiert werden.
Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
Wärmedämmverbundsysteme sind mehrschichtige Konstruktionen zur Dämmung von Außenwänden. Sie bestehen aus Dämmstoff, der an der Wand befestigt und mit speziellen Putzaufbauten bedeckt wird. Wärmedämmverbundsysteme eignen sich insbesondere für bestehende Gebäude mit vorhandenen Putz- oder Betonfassaden.
Wärmeleitfähigkeit
Die Wärmeleitfähigkeit â [W/(m*K)] ist eine Stoffeigenschaft. Sie ist bestimmt durch den Wärmestrom in Watt, der durch eine 1 m2 große und 1m dicke ebene Schicht eines Stoffes hindurchgeht, wenn die Temperaturdifferenz der Oberfläche in Richtung des Wärmestromes 1 Kelvin beträgt.
Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe ist eine Maschine, mit der das Temperaturniveau von Wärme und Aufwand von Arbeit (z.B. elektrischer Energie) erhöht werden kann. Dabei entzieht sie einem Medium, z.B. der Umgebung (Luft, Wasser oder Erdreich) Wärme, die nach der Erhöhung ihres Temperaturniveaus z.B. zur Raumheizung und Warmwasserbereitung nutzbar ist. Im Prinzip funktioniert die Wärmepumpe wie ein Kühlschrank, der den Lebensmitteln im Inneren Wärme entzieht und diese dann auf der Rückseite an den Raum abgibt.
Wärmerückgewinnung
Verfahren zur Wiedernutzung von thermischer Energie der Luft. Die aus dem Raum abgeführte Abluft gibt einen Teil ihrer Wärme über einen Wärmetauscher an die Zuluft ab, bevor sie als Fortluft das Gebäude verlässt.
Wärmerückgewinnungsgrad
Gibt die Effizienz des Wärmetauschers in der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung an und ist als Wirkungsgrad ein wichtiger Parameter bei der energetischen Betrachtung der gesamten Haustechnik.
Wärmetauscher
Ein Wärmetauscher ist ein Gerät, mit dem Wärmeenergie von einem Medium an ein anderes übertragen werden kann. Die Medien können dabei flüssig oder gasförmig sein. Wärmetauscher werden beispielsweise in Systemen zur kontrollierten Raumlüftung eingesetzt. Die Wärme der verbrauchten Raumluft wird an die kältere Frischluft übertragen. So wird der Wärmeverlust reduziert.
Wirkungsgrad
Als Wirkungsgrad eine Umwadlungsprozesses, z.B. in Kraftwerken oder Heizanlagen, bezeichnet man das Verhältnis der erzielten nutzbaren Energie zu der für den Umwandlungsprozess eingesetzte Energie.
Zuluft
Die in die Wohnung zuströmende Luft.
Zuluftventile
Anlagen zur kontrollierten Wohnungslüftung versorgen über Zuluftventile Wohn- und Schlafräume mit temperierter Frischluft. Abluftventile führen verbrauchte Luft aus Bad, WC und Küche ab.
3 Liter Haus
Der Heizwärmebedarf eines solchen Hauses liegt ca. bei 30kWh/m2a. Dies entspricht ca. 3 Liter Heizöl pro m2 Wohnfläche.
Diese Kennwerte definieren das Passivhaus-Prinzip:
Der Heizwärmebedarf pro Heizperiode, also die Wärmemenge, die durch die Außenwände und die Lüftungsanlage dem Haus in einem Jahr verloren geht, abzüglich der solaren Gewinne durch die Fenster und der internen Wärmegewinne durch Abwärme von Geräten und Bewohnern.
Diese Wärmemenge, die dem Haus damit in Form von Nachheizung wieder zugeführt werden muss, darf pro Quadratmeter beheizter Fläche bei normierten Außentemperaturbedingungen, nur noch bis zu 15 kWh im Jahr betragen. Das entspricht etwa der Wärmemenge, die man mit 1,5 Litern Heizöl erzeugen kann.
Bei einem Haus mit beispielsweise 120 m2 beheizter Fläche sind dies 120x15 kWh/m2a = 1800 kWh/a. Das entspricht etwa 360 kg. Pellets oder ca. 180 m3 Gas bzw. ca. 180 Litern Heizöl erzeugt wird. * Jahresheizwärmebedarf < 15 kWh/m2a
Die kältesten Tage des Jahres, meist im Januar und Februar, bestimmen die so genannte maximale Heizlast, die dem „Hausorganismus“ wegen der Verluste zugeführt werden muss, um die Innentemperatur aufrecht zu erhalten. Der Wert dafür muss hier unter 10 W/m2 bleiben. Die Energie, die für die Warmwasserbereitung benötigt wird, ist jedoch nicht eingerechnet.
Bei einem Gebäude mit 120 m2 x 10 W/m2 = 1200 W = 1,2 kW. Diese Menge entspricht nur noch der menschlichen Wärmeabgabe von je 240 W x 10 = 1200 W. * Maximale Heizlast < 10 W/m2
Uw-Werte sind die Kennwerte für den Wärmedurchgang durch Bauteilen. Je kleiner der Uw-Wert, desto besser ist die Dämmwirkung. Ein Gesamt-Uw-Wert von max. 0,15 W/m2K von geschlossenen, nicht lichtdurchlässigen und nicht beweglichen Bauteilen, also Bodenplatte, Wand, Decke, und Dach benötigt ca. 30 cm Dämmung * Uw-Wert opaker Bauteile < 0,15 W/m2K
Uw-Werte
Klein w steht für window und bezeichnet den definierten Wärmedurchgang der gesamten Fensterkonstruktion. Diese Uw-Werte setzen sich zusammen aus den einzelnen Ug -Werten der eingebauten Gläser wobei g für glass steht -, der Uf -Werte der „frames“, der Fensterrahmen, sowie den Werten der Wärmebrücken am Glas-Randverbund und der Einbausituation der Fenster.
Ein UW -Wert von 0,8 W/m2K verlangt eine Dreifach-Verglasung und besondere Rahmenkonstruktionen, die besser gedämmt sein müssen als herkömmliche Holzfensterrahmen und viel besser als Fensterrahmen aus Kunststoff * Uw-Werte von Fenstern ≤ 0,8 W/m2K
Mit der heutigen Bautechnik ist es bei vorausschauender Planung durchaus möglich, praktisch wärmebrückenfrei zu bauen. Die Anschlusspunkte verschiedener Bauteile müssen im Passivhaus so gelöst werden, dass der Wärmedurchlasskoeffizient in den Bereichen der schwächsten Punkte kleiner al 0,01 W/mK ist. Sind einzelne Wärmebrücken dennoch nicht vermeidbar, muss in der Berechnung der wärmebrückenbezogene Verluste ermittelt und eingerechnet werden. * Wärmebrückenfreie Konstuktionen (Ã < 0,01 W/mK)
Mit dem so genannten „Blower-Door-Test“, enem Verfahren, bei dem in die Türöffnung des zu messendem Gebäudes eine Luftdichte Plane mit eingebauten Ventilator eingebaut wird, wird die Luftdichtheit von Gebäuden kontrolliert.
Darf bei normalen Neubauten mit Lüftungsanlage noch maximal ein 1,5-facher Luftaustausch des gesamten Innenvolumens des Gebäudes pro Stunde bei 50 Pascal Differenzdruck (dem so genannten n(50) -Wert) stattfinden, muss dieser Wert für Passivhäuser deutlich kleiner sein. Für Passivhäuser darf dieser Luftaustausch durch unfreiwillige Öffnungen und Leckagen nicht höher als das 0,6-fache des eingeschlossenen Luftvolumens pro Stunde sein. Die hohe Luftdichtheit wird benötigt, um Schäden durch eindringende Feuchte aus Kondensat im Wandaufbau zu vermeiden und um den Transportweg des unkontrollierten Luftaustausches für Wärmeverluste weitgehend auszuschließen. * Luftdichtheit n(50) ≤ 0,6 h-1
Der Wirkungsgrad von Lüftungswärmerückgewinnungsanlagen in Passivhäusern muss mindestens 75 % betragen, bei einem gleichzeitigen Stromverbrauch von höchstens 0,4 Wh/m3. Die Kennwerte für Wärmepumpen sind nochmals extra festgelegt. Effizientere Anlagen führen die Zuluft in der Heizperiode durch einen Luftkanal im Erdreich und nützen diesen als Erdwärmetauscher, der die angesaugte Frischluft bereits vorerwärmt. Die Temperaturdifferenz zur Zieltemperatur des Zielmediums Luft sollte möglichst nur noch gering sein.
Vorerwärmung über Sole, die in Wärmetauschern eingesetzt wird, ist auch möglich. * Abluft-Wärmerückgewinnung mit Wirkungsgrad ≥ 75%